Seife

 

Vor einiger Zeit habe ich das Seife sieden als Hobby für mich entdeckt.
Seife mochte ich immer schon: allerdings nicht die gekaufte oder gar Flüssigseife mit all ihren chemischen Zusätzen, sondern selbst gemachte.
So schwer kann das doch nicht sein, dachte ich...
Von wegen!
Ich habe mich wochenlang in die Materie eingelesen, bevor ich meine erste Seife in Angriff nahm.
Was gibt es da nicht alles zu beachten...

 

Kurzeinführung

1. Welche Fette, welche Öle?
Es gibt eine Vielzahl von Fetten und Ölen, die man in Seifen verwenden kann.
Sie werden nach harten Fetten (Kokos, Shea, Kakaobutter, Babassu, Olive, Palmfett, Schmalz) und weichen Fetten (Traubkernöl, Sonnenblume, Rizinus usw.) unterschieden.
Besonders pflegende Eigenschaften haben u.a. Mandel, Avocado, Jojoba, Hanf, Distel, Traubkern, Reiskeim und Raps.
Die harten Fette werden bei sanfter Hitze geschmolzen und zu den weichen Fetten gegeben.

2. Lauge
Um eine handgesiedete Seife zu machen, muss man eine Lauge selber herstellen.
Dazu benötigt man destilliertes Wasser sowie NaOH (Natriumhydroxid).
Vorsicht: das NaOH ist stark ätzend! Nie ohne Schutzbrille und Handschuhe arbeiten!!!
In das (kalte) Wasser wird vorsichtig in mehreren Portionen das NaOH eingerührt. Nie umgekehrt, also nie Wasser zum NaOH!
Am besten macht das bei geöffnetem Fenster in der Küche (oder draußen) und in der mit etwas kaltem Wasser angefüllten Spüle.
Den Arbeitsbereich vorher mit alten Zeitungen, Küchenpapier o.ä. auslegen.
Lauge und Fette auf ungefähr Handwärme abkühlen lassen.

3. Was man noch braucht
Einen Pürierstab. Einen Rührlöffel. Duft nach Belieben (es gibt im Seifensieder-Bedarf spezielle Seifenduftöle, alternativ auch reine ätherische Öle, die aber nicht so lange in der Seife halten. Achtung: einige Seifen_PÖs dicken den Leim stark an oder verfärben ihn!). Einzelformen oder eine Blockform (Einzel- und Blockformen gibt es in vielerlei Ausführungen in Seifensieder-Shops). Farbe: natürlich (durch Gewürze, Tonerden, usw.), in Form von speziellen Farbpigmenten oder Micas (ebenfalls in den einschlägigen Shops erhältlich).

3. Herstellung
Die handwarme Lauge durch ein feinamschiges Sieb zu den Ölen geben.
Kurz mit einem Rührlöffel umrühren, danach mit dem Pürierstab bis zur gewünschten Konsistenz pürieren.
Für Swirls (=Muster) muss der Leim noch recht dünnflüssig sein.
Gewünschte Zusätze hinzufügen (Kräuter, Honig, usw.).
In Einzelformen oder eine Blockform abfüllen. Je kleiner die Form, desto länger dauert der Verseifungsprozess.
Der Seifenleim entwickelt in den nächsten Stunden weiter Hitze und muss nun in den Formen für rund 24 Stunden gut isoliert werden, damit der Verseifungsprozess bei Wärme stattfinden kann: in Handtücher, Decken o.ä. einpacken und an einen warmen Ort stellen. Durch die Eigenwärme erhitzt sich der Seifenleim (Gelphase) und verseift dabei. Manche Seifen (vor allem Einzelformen) kommen nicht in die Gelphase und müssen später länger reifen. Nach ca. 24 Stunden ausformen (falls sich die Seife nicht aus der Form löst, einfrieren!). Die Seife ggf. schneiden und mehrere Wochen kühl und luftig reifen lassen. Nach 4 bis 6 Wochen sind die Seifen frühestens anwaschbar. Je länger sie reifen dürfen, umso besser und milder werden sie. Dies gilt insbesondere für Seife mit einem hohen Olivenanteil, die oft erst nach einem Jahr oder mehr benutzbar sind.
Alternativ kann der Seifenleim auch direkt im Ofen (Mikrowelle, Wasserbad) verseift werden.

4. Was noch?
Unter Seifensiedern kurieren jede Menge Tipps und Tricks zum Seife sieden.
Als Beispiel: Titandioxid (TiO) macht Seife weiß. Salz macht Seife härter. Zucker sorgt für mehr Schaum. usw.
Dann wäre da noch Stearin... Bienenwachs... Kaolin...
Es gibt aber auch wirklich jede Menge zu beachten! :-)

 

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