Weben - wie geht das eigentlich?

 

Weben auf Webrahmen macht Spaß und erfordert nicht viel Platz. Die Webrahmen gibt es von klein bis groß. Man kann darauf nicht nur Schals oder Stolen weben, sondern auch Handtücher, Tischläufer, Ponchos (wenn man zwei Webbahnen zusammen näht), Teppiche, Wandbehänge, usw.
Verwebbar ist im Prinzip (fast) jedes Garn. Und auch andere Materialien: Papierstreifen... Kordeln... Geschenkpapier... Bänder.... was einem so einfällt.

 

Anbieter

Es gibt mehrere Anbieter von Webrahmen. Zu den Bekanntesten gehören Ashford und Kromski. Ich habe mich vorher umgehört und mich für Ashford entschieden, da die Kromski-Haren mir zu verschnörkelt waren. Außerdem finde ich die Kett- und Warenbäume bei den Kromskis nicht so sehr gelungen.

Ich selber habe Webrahmen von 30 bis 80 cm Breite. Der kleine Knitters Loom 30 hat den Vorteil, dass er zusammenklappbar und nicht zu groß ist - mit einem Knietablett nutze ich ihn sogar auf dem Sofa und kann gemütlich beim Fernsehen weben. Der kleine Knitters Loom reicht für normale Schals (Breite ca. 25/26cm) völlig aus. Mit ihm webe ich den größten Teil meiner Projekte.
Der große Rigid Heddle 80 ist universeller, da man auf ihm auch richtig breite Stücke weben kann. Allerdings muss man ihn aufgrund seiner Breite entweder auf seinem Ständer (muss ggf. dazu gekauft werden) oder an einem Tisch bedienen; das Teil hat schon ziemliche Ausmaße! Da ich Rückenprobleme habe, kann ich den großen nur stundenweise am Tag nutzen. Für richtig große Tücher oder Stolen ist er aber toll.

Den zusammenklappbaren Knitters Loom gibt es in 30, 50 und 70cm Breite.
Den Rigid Heddle Loom gibt es in 40, 60, 80 und 120cm Breite.
Für beide Webrahmen gibt es optional einen Ständer.

 

Aufbau eines Webrahmens

 

 

(Foto: Ashford/auf das Bild klicken und Hineinzoomen zum Vergrößern)

 

Kette und Schuss

Zuerst muss auf einem Webrahmen die Kette gespannt werden. Das sind bei einem Schal die Längsfäden. Die Kette wird zwischen Kett- und Warenbaum unter Spannung gehalten. Die Schussfäden sind die Querfäden und werden unter bzw. über den Kettfäden geführt, was hinterher das Webstück ergibt.

Wie das Schären der Kette genau funktioniert, kann man gut in diesem Ashford-Video sehen:

 

 

Webfach

Beide Rahmen haben eine Hoch- und Tief- sowie eine Neutralstellung. Wenn man den Gatterkamm (Webblatt) nach oben stellt, kann man das Schiffchen mit dem Schussgarn über die eine Hälfte der Kettfäden ziehen; stellt man den Gatterkamm in die untere Position, wechseln die Fäden automatisch.

 

Schiffchen

Das Schiffchen oder die Webnadel braucht man, um die Schussfäden von einer Seite auf die andere zu transportieren. Ashford hat verschiedene Längen 815, 26, 36, 56 und 76cm) und Ausführungen (lackiert/unlackiert) im Sortiment.

 

Gatterkamm

Der Gatterkamm (oder auch Webblatt genannt) hat Schlitze und Löcher, durch die die Kettfäden gefädelt werden. In der Hoch- bzw. Tiefstellung stellt er zudem das Webfach her. Außerdem schiebt man mit ihm die Schussfäden zusammen (= Anschlagen), um keine Löcher im Gewebe zu erhalten. Es gibt verschiedene Gatterkämme für diverse Wollestärken, von sehr dick (10/10) bis sehr fein (60/10).
Beiden Webrahmen liegt ein 30er Gatterkamm bei, den ich allerdings nur selten brauche, da ich meistens Wolle in Sport/Fingering-Stärke verwebe. Ich habe mir für beide Webrahmen einen 40er und 50er Gatterkamm dazu gekauft und werde mir demnächst noch je einen 60er für ganz feine Lace-Wolle zulegen.

 

Weben

Beim Schären der Kette werden zunächst die Kettfäden nur durch die Schlitze gezogen. Man knotet den Faden an der Kreuzleiste vom Kettbaum an und führt ihn dann mit einem Haken, dem sog. Blattstecher, durch den ersten Schlitz. Dann legt man den Faden um einen in geplanter Kett-Entfernung angebrachten Kettdübel. Die Fadenspannung dabei ist wichtig: man darf weder zu fest noch zu locker spannen. Sind alle Kettfäden geschärt, werden sie vom Kettdübel genommen, die Schlingen durchgeschnitten und die gesamte Kette dann auf dem Kettbaum aufgerollt. Um die Fadenspannung zu erhalten, liefert Ashford einige Pappstreifen mit, die aber nicht sehr praktisch sind. Wesentlich besser geeignet ist normales Packpapier, welches man beim Aufrollen einfach zwischen die Kettfäden legt und mit aufrollt. Anschließend muss aus jedem Schlitz einer der Kettfäden heraus und durch das daneben liegende Loch gefädelt werden. Das ergibt dann beim Hoch- bzw. Tiefstellen des Gatterkamms das Webfach. Die Enden werden dann in Gruppen aufgeteilt und an der Kreuzleiste des Warenbaums festgebunden.

Eine sehr gute Erklärung, wie man die Kette schärt und mit dem Weben beginnt, findet man in diesem PDF von Ashford:

PDF Weben auf dem Knitters Loom


 

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